Was man aus US-amerikanischen Filmen und Serien bereits seit Langem kennt, setzt sich auch in Deutschland immer mehr durch – das Penthouse, eine exklusive Wohnung auf dem Dach mehrgeschossiger Gebäude. Während in Deutschland der englischsprachige Name für diese Art von Wohnungen übernommen wurde, werden sie in der Schweiz als „Attikawohnung“ bezeichnet. Entwickelt hat sich diese Wohnform als eigenständige Bauform zu Beginn des 20. Jahrhunderts, was vor allem mit der flächendeckenden Verbreitung der elektrischen Fahrstühle zu tun hatte. Denn nun waren auch die Obergeschosse eines Hauses, die früher in der Regel einfache Dienstbotenwohnungen enthielten, problemlos zugänglich und damit attraktiv. Seit den 40er- und 50er-Jahren sind in die neuen Dachgeschosswohnungen sogar meist eigene Fahrstühle integriert, sodass ein vollkommen separater Zugang möglich ist.
Die Art und Ausstattung der Attikawohnungen unterscheidet sich je nach Stadt und Land deutlich voneinander. Allen gemeinsam sind jedoch die architektonischen Merkmale. So ist eine solche Attikawohnung beispielsweise immer auf das Dach eines mehrgeschossigen Hauses aufgebaut. Da die aufgesetzte Wohnung an mehreren Seiten aus der Flucht der darunter liegenden Geschosse zurücktritt, haben die entsprechenden Wohnungen meist eine insgesamt geringere Grundfläche als die darunter liegenden Hausetagen. Andererseits entsteht durch diese Bauweise eine Art umlaufende Terrasse, von der aus man einen Panoramablick über die gesamte Stadt hat. Darüber hinaus wird die Terrasse oft auch als Dachgarten genutzt, exklusivere Attikawohnungen sind unter Umständen mit einem eigenen Swimmingpool ausgestattet. In den meisten Fällen ist der Dachgarten Bestandteil der Wohnung und auch nur von dieser aus zugänglich.
Da diese Wohnform vor allem in Großstädten mit einem naturgemäß kleineren Spielraum an neuen Wohnflächen immer beliebter wird, sind mittlerweile auch Mischformen entstanden. So gibt es unter anderem Gebäude, bei denen gleichzeitig mehrere Attikawohnungen auf dem Dach existieren. Im Gegensatz zur ursprünglichen Form sind dies jedoch dann keine frei stehenden Bauteile mehr, sondern eine Art „Reihenhaus auf dem Dach“.